Njet
Die Reaktionen der Arbeitnehmervertreter der AUA auf das geplante Restrukturierungsprogramm waren zu erwarten. Sie erinnerten an selige Zeiten des Obersten Sowjet: Njet. Was aus dem einstigen Riesenreich wurde, ist hinlänglich bekannt. Die Nachfolger müssen es deutlich billiger geben, zumindest was die Größe des Landes betrifft: Mit den heutigen Grenzen ist es auf die Fläche von vor 300 Jahren zurückgefallen – Putin hin, Gasreichtum her.
Die AUA ist zwar erst etwas mehr als fünf Jahrzehnte jung, doch ihr droht ein ähnliches Schicksal. Was im Falle der Sowjetunion die Planwirtschaft war, sind bei Austrian Airlines die völlig unzeitgemäßen Kollektivverträge, deren letzte größere Änderungen von Mitte der 1990er Jahre datieren. Die Welt ist bekanntlich seit damals nicht stehen geblieben.
Die bittere Wahrheit für die AUA-MitarbeiterInnen ist jene: Sollten ihre Belegschaftsvertreter stur bleiben und sich das Unternehmen nicht aus der Geiselhaft ehrgeiziger Gewerkschaftsfunktionäre lösen, wird die Airline auf ein Maß zurechtgestutzt, von dem derzeit noch niemand zu sprechen wagt. Die Eckpunkte dafür sind klar: zwischen den 10 derzeitigen Langstrecken (dort wird nach Angaben der AUA Geld verdient) und dem verlustträchtigen Europa-Netz besteht ein eindeutiges Missverhältnis. Um dieses zu ändern, gibt es zwei Möglichkeiten: Langstrecken ausbauen oder Europa-Netz kräftig reduzieren.
Variante 1 wird in Aussicht gestellt, wenn es gelingt, das Unternehmen – auch von den Kollektivverträgen her – auf neue Beine zu stellen. Andernfalls kommt Variante 2 zum Tragen. Insider gehen davon aus, dass dann auch einige Langstrecken gekillt werden. AUA im Mini-Format.
Eigentümer des Unternehmens ist heute bekannter Maßen nicht mehr der Staat sondern ein Milliarden-Konzern, der nichts zu verschenken hat. Lufthansa wird nicht lange herum fackeln, wenn es ihr ans Eingemachte geht. Die kommenden Wochen dürfen deshalb als letzte Chance für die AUA angesehen werden und zwar als allerletzte, erlaubt sich hinzuweisen der


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