Unlängst bin ich hier in der T.A.I. über ein Stelleninserat eines Tiroler Tourismusverbandes gestolpert: „Wir suchen zum ehestmöglichen Eintritt eine/n (m/w) Journalist und Texter! Aufgaben: Web-Redaktion, Mitarbeit an Katalogproduktion und Publikationen des TVBs.“ Das ist doch bemerkenswert. Suchten wir als touristische Werbeorganisationen bislang nicht eher nach Werbegrafikern, PR-Profis und anderen Marketing-Fuzzis? Was ist passiert?
Manche Touristiker behaupten Nachhaltigkeit löst keine touristische Nachfrage aus. Andere hingegen schwören auf „Save the Earth!“-Initiativen in ihrer Marken-Kommunikation. Für viele Tourismusregionen ist die Bewahrung unserer Ressourcen zentrales Element ohne es ins PR- und Werbe-Schaufenster zu stellen. Positive Beispiele gibt es in Österreich ja genug: das weltweit 1. Stadthotel mit Null-Energie-Bilanz in Wien, autofreies Urlauben in Werfenweng und Serfaus, die Bergsteiger-Dörfer der Alpenkonvention, die touristischen Initiativen der National- und Naturparke. Doch gibt es eine Nachfrage für nachhaltiges Reisen? Und rechnet sich das?
Unsere Gäste wollen weniger haben, dafür mehr sein: Ankommen, Entdecken, Spüren, Verkosten, Aufbrechen, Sinnvolles mitnehmen. Erfahrungen sind individuell, unterschiedlich und herrlich abhängig von Szenerie, Tagesverfassung und Freundlichkeit des Gegenüber. Dennoch – man kann Erfahrungen gezielt planen, gestalten, steuern.
... haben heutzutage so Manches gemein: Tourismusmanager & -innen sollten Kommunikationsgenie, Betriebswirt, Animateur, Produktentwickler, Marketing-Guru, digitaler Experte & Schlichtungsstelle zugleich sein. Man erwartet von ihnen Antworten & Entscheidungen zu Trends, Innovationen und Investitionen. Schließlich ist man ja weitgereist, kosmopolitisch, erfahren und gleichzeitig wertschätzend für Traditionen, Eigenheiten und Kirchtürme der eigenen Destination. Unmöglich?