Am 15. Oktober haben in Bad Mitterndorf die Clubanlage „Aldiana Salzkammergut“ und die Grimming-Therme eröffnet
Es ist ein Meilenstein in der Entwicklung der Region, die sich davon nicht nur zusätzlich 100.000 Nächtigungen sowie 150 neue Arbeitsplätze erwartet, sondern auch einen großen Schritt in Richtung Ganzjahres-Tourismus setzt. Zudem ist der Aldiana mit 166 Betten in dieser Region die bei weitem größte touristische Einrichtung. Bis es soweit war, galt es mehr als ein Jahrzehnt hindurch zahlreiche Hürden zu überwinden. Doch jetzt ist alles fertig und mit Aldiana hat man einen Partner, der derzeit seine Präsenz in Österreich verdreifacht: Zum Clubhotel in Mühlbach am Hochkönig (seit 1991) kam in diesem Herbst der Aldiana Salzkammergut in Bad Mitterndorf und im Mai 2010 eröffnet Aldiana jenes Hotel in Landskron am Ossiacher See, das bis vor zwei Jahren zum Robinson Club gehörte.
Aldiana-Chef Volker Schwartz rechnet für den neuen Club Salzkammergut mit angeschlossener Grimming-Therme mit einer Gäste-Aufteilung von 45 Prozent im Winter und 55 Prozent im Sommer. Was ihm wichtig ist: Mit den beiden neuen Clubanlagen in Österreich wird Aldiana „fast tausend Betten mehr im Auto-Anreisebereich anbieten können“. Bisher fielen auf dieses Segment nur die Clubs am Hochkönig und Bad Griesbach in Bayern. Schwarz: „Wir hoffen hier auf neue Klientel.“
Mit einer Wiederkehrer-Quote von 56 Prozent biete Aldiana, so Volker Schwartz, nun vor allem auch in Sachen Wintersport eine wesentliche Erweiterung des Spektrums. „Gerade für die ‘Wiederholungstäter’ waren wir in Österreich schon länger am Schauen“, plaudert Marketing-Chef Matthias Link aus der Schule. Die Vielfalt von Sommer- und Winteraktivitäten, verbunden mit der Grimming-Therme, seien die Stärke im Salzkammergut.
Dachstein-Gletscher und -Höhlen, Tauplitz, die Salzbergwerke von Altaussee und Hallstatt, Langlauf-Möglichkeiten (das größte zusammenhängende Loipennetz Österreichs mit 95 Kilometern Länge), die ganze Bandbreite alpiner Sport- und Wanderangebote, Rafting, Kajak, Mountainbike und auch Golf im näheren Umkreis machen Aldiana Salzkammergut zur Ganzjahresdestination.
Geleitet wird der Aldiana Salzkammergut von Oliver Hasenrath. Von den 149 Mitarbeitern kommen hundert aus Österreich und davon wieder knapp sechzig aus der Region. Therme und Hotel sollen nach dem Wunsch von Hasenrath „keine abgeschottete Club-Welt sein“. Bisher wurden 150 Betriebe in der Region als Partner gewonnen und mit Hotels zahlreiche Thermen-Pakete geschnürt.
Die Grimming Therme (Wasserfläche 800 m²) hat eine Nutzfläche von insgesamt 8.000 m², das Clubhotel 14.000 m². Die Errichtung kostete je 25 Mio. Euro. Die öffentliche Hand hat das Projekt etwa zu einem Viertel gefördert. Als „Projekt der tausend Pfähle“ bezeichnet Oliver Hasenrath das Bauwerk, weil man in einem Moorgebiet, unmittelbar an einem geschützten Landschaftsteil, gebaut habe. Die Geothermik (das Thermalwasser hat 33°C im Schwimmbecken) sorgt auch für ökologisch sanfte Energieversorgung. Bis in 15 Meter Tiefe wurden Schläuche verlegt, die Wärmeeneregie reiche „zumindest in den Sommermonaten“ für Hotel- und Thermenbetrieb aus, heißt es.
Vom Scheich bis zum Spatenstich
Die Pläne zur Grimming-Therme in Bad Mitterndorf reichen bis in das Jahr 1998 zurück. Ein Jahr später wurde der Turm für die Probebohrung aufgestellt, im Jahr 2000 wurde man in einer Tiefe von rund 1.800 Metern fündig (40 Grad heißes Thermalwasser, das an der Oberfläche immer noch über 30 Grad hat). Auf der Suche nach Investoren für das 4-Sterne-Hotel mit 250 Betten samt Therme (Gesamtkosten rund 50 Mio. Euro) stößt die Gemeinde auf Scheich Ghassab Al Gassab, der aber mehr verspricht, als er halten kann. Die Suche zieht sich über Jahre, erst 2006 hat man rund um Porr, Mandlbauer sowie Siemens ein Finanzkonsortium an der Angel, im selben Jahr kann Aldiana als Betreiber gewonnen werden. 2007 verabschiedet sich ein wichtiger Finanzierungspartner, die übrigen Kreditinstitute erhöhen ihre Anteile und das Land gewährt noch einmal zusätzliche Fördergelder. Am 12. Dezember 2007 erfolgte schließlich der Spatenstich.
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