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Tourismus-Inputs mit Rennrollstuhl, Sissi & Heidi

Das BÖTM Top Seminar 2009 lieferte eine Vielzahl mitreißender Anregungen – das Wort Krise versuchen die Tourismusmanager hingegen tunlichst zu vermeiden

Gute Stimmung, guter Besuch, ein spannendes Programm und hochkarätige Referenten – das Top Seminar 2009 des BÖTM (Bund Österreichischer Tourismusmanager) Mitte Oktober wurde seinem Namen gerecht. Rund 70 Tourismusmanager und -fachleute aus ganz Österreich tagten im Wiener Renaissance Hotel und beschäftigten sich mit Chancen, Wegen und Ideen, damit aus der Finanz- bzw. Wirtschaftskrise keine „Tourismuskrise“ wird. „Gerade in Zeiten des wirtschaftlichen Umbruchs sind Qualität und Professionalität die Säulen, auf die unsere Branche aufbauen kann“, betonte BÖTM-Obmann und Geschäftsführer des TVB Serfaus-Fiss-Ladis, Josef Schirgi.

Österreichs Tourismus konnte bekanntlich die Situation bis dato ganz gut meistern. Im Zeitraum Jänner bis August liegt die Zahl der Nächtigungen mit 94,97 Mio. lediglich um 2,3 Prozent oder 2,24 Mio. Nächtigungen unter dem Niveau der gleichen Vorjahresperiode. Getragen ist die Entwicklung durch den Inlandsgast (plus 0,9 Prozent bei den Nächtigungen, plus 2 Prozent bei  den Ankünften), wobei Österreich  bei den ausländischen Gästen (minus 3,4 Prozent bei den Nächtigungen, minus 2,7 Prozent bei den Ankünften) im internationalen Vergleich sehr gut abschneidet.

Auch wenn Schirgi das Hauptaugenmerk des BÖTM auf „neue Chancen, Wege und Ideen“ legen und weniger die viel zitierte „Krise“ thematisieren will, nahmen die zu erwartenden kurz- und mittelfristigen Auswirkungen der aktuellen Wirtschaftslage doch einen wichtigen Teil des Top-Seminars ein. Unter der Moderation von Wolfgang Kuhn (SalzburgerLand Tourismus) diskutierten Petra Stolba (Österreich Werbung), Renate Danler (Kongresszentrum Hofburg), Christian Mutschlechner (Vienna Convention Bureau), Rudolf Kadanka (Mondial) und Josef Schirgi (TVB Serfaus-Fiss-Ladis). Tenor: Die Rahmenbedingungen werden schwieriger. Sinkende Nächtigungszahlen wirken sich unmittelbar auf die Preise und damit auf den Umsatz aus. Andererseits hat Österreich auf Grund der hohen Professionalität gute Chancen, auch in den kommenden Jahren Marktanteile zu gewinnen.

Wobei Rudolf Kadanka weitere Kooperationen mit Reiseveranstaltern und Airlines anregte: „Es gibt noch zu viele Einzelkämpfer.“ Die Solidarität des Tourismus als politische Kraft fordert Christian Mutschlechner ein: „Wäre der Tourismus so gut organisiert wie die Milchbauern, dann wären wir schon viel weiter.“
Um „Gute Geschichten und neue Ideen“ ging es in den Vorträgen des Schweizer Marketingprofis Werner Fuchs („Was Sissi und Heidi gemeinsam haben – Neuromarketing für Tourismusmanager”; Fuchs plädiert für Emotion, Klischees und Kitsch in der Tourismuswerbung) und von Medientrainer Georg Wawschinek (er unterstrich die Bedeutung kurzer, einprägsamer, emotionaler Botschaften. Die Macht von Geschichten sei vor allem im Tourismus nicht zu unterschätzen, die Kunst liegt nur darin, diese in wenigen Worten auf den Punkt zu bringen).

Harte Fakten und aktuelle Zahlen präsentierte Thomas Reisenzahn von der Österreichischen Hoteliervereinigung (ÖHV), Michaela Reitterer, Besitzerin des Wiener Boutiquehotels Stadthalle und ÖHV-Landesvorsitzende in Wien, stellte den BÖTM-Mitgliedern das erste „Null-Energie-Bilanz“-Hotel vor.

Der packende Vortrag von Ausnahmeathlet Thomas Geierspichler (der österreichische Rennrollstuhlfahrer wurde fünfmal Weltmeister, sechsmal Europameister und ist amtierender Paralympicssieger), wie man mit Visionen, einem unbeugsamen Willen und viel Motivation das Unmögliche möglich macht, bildete den Abschluss des Fachprogramms.

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