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Heftiger Hickhack da, warmer Geldregen dort

Hinbeißen gehört zu den Tugenden des ÖVT – für seine Mitglieder versteht er aber doch, immer wieder günstige Konditionen auszuverhandeln

Den österreichischen Nationalfeiertag wählte der ÖVT (Österreichischer Verein für Touristik) aus, um heuer in Tunesien seine 29. Herbsttagung abzuhalten. Der Verein hat derzeit 170 ordentliche und 47 außerordentliche Mitglieder und vertritt vor allem kleine und mittelständische Betriebe der Reisebüro- und Reiseveranstalterbranche des Landes. Den Großen die Leviten lesen gehört deshalb zu einer der vorrangigen Aufgaben und zwar nicht nur vom dafür berüchtigten Obmann Josef Reitinger-Laska, sondern auch vom übrigen Führungsteam. So kritisierte Obmann Stellvertreterin Angelika Pastner-Pirker (Pirker's Südland Reisen, Graz), „dass manche Leistungsträger viel zu früh Bankeinzüge vornehmen“ (bis zu sechs Wochen vor Abreise der Kunden). 

Der ÖVT will hier aktiv werden: nach nochmaliger Durchsicht aller Agenturverträge werden, lt. Pastner-Pirker, „diese Leistungsträger aufgefordert, die Beträge zum korrekten Zeitpunkt einzuziehen. Reisebüros sind keine Kreditinstitute für Lieferanten, umso mehr als nach RSV-Kriterien die Restzahlung seitens Kunden frühestens zwei Wochen vor Abreise fällig ist.“ Pastner-Pirker stellte in ihrem Statement zudem fest, dass LH auf der unternehmenseigenen Website Tarife anbietet, „welche für Reisebüros offenbar nicht zugänglich sind. ‘Full content’ findet daher nicht statt.“

Wesentlich umfangreicher waren dann die Ausführungen von ÖVT-Obmann Joseph Reitinger-Laska. Er ist mit der Arbeit des Fachverbandes der Reisebüros und dessen Vorsteher Edward Gordon „äußerst unzufrieden“ (mit einem von ihm eingebrachten Misstrauensantrag gegen Gordon iist Reitinger-Laska heuer im Frühjahr allerdings abgeblitzt), deshalb wünscht er sich nach den Kammerwahlen Ende Februar 2010 „junge und vor allem aktive, kämpferische Leute“ an die Spitze des Fachverbandes.

Neuer Lieblingsfeind von Reitinger-Laska ist TraviAustria, dessen Verträge mit den Reisebüros er für „rechtlich durchaus anfechtbar“ hält. Die Preisstruktur von TraviAustria will er – vor allem im Vergleich mit Start/Amadeus – hinterfragen. Für den 9. November ist ein ÖVT-Vorstandsgespräch mit Travi Austria geplant.

Die Reservierungssysteme rücken nach Ansicht von Reitinger-Laska generell mehr in den Mittelpunkt, nicht zuletzt „da zwischen den Reisebüros und Fluglinien kein Handelsgehilfen-Status mehr besteht.“ Die den Reisebüros zustehende Entlohnung für den Mehraufwand, welcher durch Fluglinien verursacht wurde, will er in „entsprechenden Gesprächen“ einfordern, bei denen die Partner „im übrigen nicht die Fluglinien, sondern die Reservierungssysteme“ sind.

Nicht locker lassen will Reitinger-Laska beim Thema Kundengeldabsicherung für Fluglinien. Dasselbe gilt für die Kundengeldabsicherung ausländischer Veranstalter: der ÖVT überprüft wegen möglicherweise drohender Staatshaftungen die „Patronanz-Erklärungen ausländischer Veranstalter“ (Beispiel Neckermann) und fordert auch in diesen Fällen die übliche Absicherung (Bankgarantie/Versicherung).

Laut Reitinger-Laska agierte außerdem Post-Reisen/Reisefalke GmbH bis 9. Oktober ohne Veranstalter- und RSV-Nummer (wurde bereits geändert). Außerdem wurden (entgegen aller RSV-Richtlinien) mindestens 20 Prozent Anzahlung vorgeschrieben und die Restzahlung 30 Tage vor Abreise. Reitinger-Laska: „Der gesamte Akt wurde dem ÖVT-Rechtsanwalt Dr. Haslinger übergeben und ist bereits in Bearbeitung.“ Wie die Sache weitergeht, wird man spätestens auf der ÖVT-Generalversammlung im Frühjahr 2010 voraussichtlich in der Steiermark erfahren.

Was der ÖVT für seine Mitglieder tut

In ihrem Bericht auf der Generalversammlung informierte ÖVT-Generalsekretärin Sylvia Marek (Sunny Islands) über die Ausweitung der ÖVT-Sonderkonditionen. So wurden für Dertour/Meiers-Buchungen bis zu 1 Prozent zusätzlicher ÖVT-Sonderbonus ausbezahlt, bei Club-Aldiana-Buchungen (Thomas Cook) kommen sogar 2 Prozent Marketing-Bonus dazu.
In Kooperation mit Holiday Autos werden wieder attraktive Katalogtaschen produziert und jeweils 200 Stück an die ÖVT-Büros ausgeliefert. Von Care Consult Versicherungsmakler gibt es einen ÖVT-Gutschein für einen kostenlosen Check von Versicherungsverträgen zur Kostenoptimierung.

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