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Wenn aus 1 Euro 1,50 Euro Wertschöpfung werden

… dann steht Tourismus dahinter, wie durch eine Analyse jetzt schwarz auf weiß nachgewiesen werden kann

Die con.os-tourismus.consulting hat eine Wertschöpfungsanalyse entwickelt, aufgrund derer feststellbar ist, wohin jeder einzelne Tourismus-Euro wirklich wandert. „Damit können erstmals die wirtschaftlichen Effekte einer Strategie, einer Tätigkeit, eines Projektes oder Ereignisses in einer Tourismusdestination genau nachgewiesen werden“, sagt Geschäftsführer Martin Schumacher. Die Meldung dazu wurde bereits vor drei Woche kommuniziert, doch T.A.I. hat das con.os-Team um ein paar konkrete Zahlen ersucht und diese Anfang der Woche erhalten. Diese wurden für die nationale (also gesamt österreichische), regionale und betriebliche Ebene zur Verfügung gestellt.

Beispiele auf nationaler Ebene: Zur Lieferung von 1 Mio. Euro an Beherbergungs- und Verpflegungsleistungen (Hotellerie, Gastronomie etc.) sind (nach den Multiplikatoren der Input/Output-Tabelle 2007) laut der Wertschöpfungsanalyse 1,5347 Mio. Euro direkte und indirekte (Lebensmittelgroßhandel, Wäscherei etc.) Produktionsleistungen notwendig. Dass heißt: 1 Euro Umsatz in der Hotellerie oder Gastronomie lösen mehr als 1,5 Euro Umsatz in der übrigen Wirtschaft aus.

Das con.os-Team hat auch die Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt erhoben. Con.os Consultant Michaela Dattinger: „Zur Lieferung von 1 Mio. Euro an Beherbergungs- und Verpflegungsleistungen sind direkt und indirekt 12,1 Vollzeitarbeitsplätze notwendig.“

Auf regionaler Ebene ist diese Hebelwirkung etwas geringer. Durchschnittliche Tagesaugaben eines Nächtigungstouristen von 100 Euro und z.B. 500.000 Nächtigungen (mehr-gemeindiger TVB) pro Jahr ergeben einen direkten touristischen Umsatz von ca. 50 Mio. Euro. Ausgehend von einem Umsatz-Multiplikator von 1,4 (Branchen-Erfahrungswert) für Vorleistungen, Beschaffung von Produktion und Arbeitsplätzen ergibt sich daraus ein touristischer Gesamt-Umsatz von 70 Mio. Euro.

Michaela Dattinger: „Da davon auszugehen ist, dass nicht die gesamten Umsatzeffekte direkt in der Tourismusregion verbleiben bzw. dort ausgegeben werden, sondern (Fremd-)Leistungen auch von außerhalb der Region zugekauft werden müssen und damit nicht als Wertschöpfung (= Einkommen) zu sehen sind, kann lediglich ein gewisser Teil als regionale Wertschöpfung angesehen werden. 0,3 als Wertschöpfungseffekt auf Basis von Erfahrungs- und Vergleichswerten.“ Der Einkommenszufluss durch den touristischen Umsatz ergibt daher 21 Mio. Euro.

Die von con.os zur Verfügung gestellten Beispiele auf betrieblicher Ebene zeigen, wo die direkten und indirekten Profiteure jedes Gäste-Euros (der in ein Hotel eingezahlt wird) zu finden sind:
• 15 Prozent Wareneinsatz (regionale Wirtschaftsunternehmen etc.)
• 30 Prozent Lohnaufwand (regionale Bevölkerung)
• 10 Prozent Betriebskosten (lokale Energie- und Abfallwirtschaftsunternehmen)
• 10 Prozent Instandhaltung/Wartung (Tischler, Elektriker, Installateur etc.)
• 5 Prozent Marketingaufwand (lokale Agenturen, Medien)
• 4 Prozent Steuern und Abgaben (Gemeinde, Stadt, TVB etc.)

Con.os-Geschäftsführer Martin Schumacher: „Die von uns entwickelte Wertschöpfungsanalyse basiert auf internationalen Standards und erweitert die in Österreich üblichen Berechnungsmethoden auf Basis von Input-Output-Tabellen. Dabei können direkte, indirekte und induzierte Wertschöpfung aus jeder freizeittouristischen Infrastruktur genau berechnet werden.“ Das stößt durchaus auf Interesse. „Alleine im Zeitraum 4.Quartal 2010 bis 4. Quartal 2011 haben wir für vier Regionen diese Analysen durchgeführt“, so Michaela Dattinger.“ Die Reaktionen sind äußerst positiv, da vielen (Tourismus)-Betrieben und allen voran nicht direkten Tourismusprofiteuren (Handel, Gewerbe, Industrie etc.) nicht bewusst ist, wieviel Wertschöpfung tatsächlich durch den Tourismus generiert wird.“ Auch die regionale Bevölkerung, die oftmals den Nutzen bzw. die Vorteile einer Tourismusintensiven-Region nicht erkennt, staunt laut Michaela Dattinger „über die Zahlen im Bereich der durch den Tourismus generierten Vollzeitarbeitsplätze sowie der sonstigen auch qualitativen Vorteile, die der Tourismus in puncto Lebenswohnraumqualität, Infrastrukturangebote etc. mit sich bringt.“

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