Starkes Dutzend, stabile 10 im Österreich-Incoming
Es gibt sie, jene Quellmärkte, deren Aufenthaltsdauern gegen den Trend gleich bleiben oder sogar steigen
Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer in Österreichs Tourismus erreichte 2011 wie berichtet einen neuen Tiefstwert: die Gäste blieben nur noch 3,64 Tage. Vor fünf Jahren lag dieser Wert bei 4,0 Tagen. Die genaue Analyse der zurückliegenden fünf Jahre zeigt aber, dass nicht alle Märkte eine negative Tendenz aufweisen, ganz im Gegenteil: Laut Marketing-Information-System TourMIS hat sich die durchschnittliche Aufenthaltsdauer der Gäste in einem Dutzend Quellmärkte sogar erhöht, in zehn weiteren Quellmärkten ist sie unverändert geblieben.
Das starke Dutzend (also jene Länder, deren Aufenthaltsdauer sich im Zeitraum 2006 bis 2011 erhöht hat) bringt es zusammen auf 3,36 Millionen Nächtigungen. In den zurückliegenden fünf Jahren hat sich dort das Aufkommen um 1,5 Millionen Übernachtungen erhöht. Wäre die Aufenthaltsdauer unverändert geblieben (im Durchschnitt dieses Dutzends 2,4 Tage) und nicht auf 2,9 Tage angestiegen, brächten diese Quellmärkte jetzt 2,85 Millionen Übernachtungen auf die Waage, mehr als eine halbe Million weniger, als es jetzt der Fall ist.
Vier dieser Quellmärkte liegen vor Österreichs Haustür am Balkan. An der Spitze steht Rumänien, das sich in atemberaubendem Tempo der 1 Million Nächtigungsgrenze nähert (2011 über 865.000), gefolgt von der Slowakei als direktem Nachbarn Österreichs, die es bereits auf knapp eine halbe Million Nächtigungen bringt. Rumänien hat in den zurückliegenden fünf Jahren sein Volumen mehr als verdoppelt, die Slowakei legte eine ähnliche Dynamik an den Tag.
Noch niedrigere Übernachtungsvolumina weisen das ehemalige Jugoslawien und Bulgarien auf, die ihr Aufkommen aber ebenfalls verzweieinhalbfachen bzw. verdoppeln konnten.
Stark entwickelt hat sich zuletzt auch Israel. Estland ist zwar als Quellmarkt und vom Aufkommen her ein Zwerg, zählt aber ebenfalls zur Gruppe jener Länder mit steigender Aufenthaltsdauer.
Durchstarter in der Ferne ist Zentral- und Südamerika (inklusive Brasilien), das sein Aufkommen verdoppeln konnte. Mit Australien, Indien, Südkorea, dem übrigen Asien und dem übrigen Afrika ist die Gruppe jener Quellmärkte mit zunehmenden Aufenthaltsdauern komplett.
Nicht weniger interessant ist die nähere Betrachtung jener zehn Quellmärkte, welche ihre Aufenthaltsdauern im Zeitraum 2006 bis 2011 unverändert halten konnten. Zusammen bringen sie es auf 2,79 Millionen Nächtigungen, um knapp 350.000 mehr, als vor fünf Jahren. Mit Ausnahme der Republik Irland konnten alle ein Wachstum aufweisen. Fünf befinden sich in Europa, ebenso viele in der Ferne.
Dänemark führt diese Gruppe mit 1,47 Millionen Nächtigungen an, gefolgt mit deutlichem Abstand von China, das in absoluten Zahlen nach Dänemark die kräftigsten Nächtigungszuwächse verzeichnete. Dänemark sorgt in diesen stabilen 10 zudem für die längste Aufenthaltsdauer (4,7 Tage), China mit 1,4 Tagen für die kürzeste.
Auch wenn sich Österreich vom globalen Trend der kürzeren Aufenthaltsdauern nicht abkoppeln kann, diese 22 Märkte helfen, den Abwärtstrend abzubremsen. Ein intensiveres Beschäftigen mit diesen Ländern, wie es zum Teil bereits geschieht, wird dabei mit Sicherheit nicht schaden.



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