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40 Millionen Österreich-Ankünfte bis 2020

Diese Größenordnung schwebt Minister Mitterlehner für den Tourismus vor – der müsste bis dahin um ein Fünftel wachsen und das ist durchaus realistisch

Um quantitative Zielsetzungen haben sich Österreich Werbung und Wirtschaftsministerium in den zurückliegenden Jahren herumgedrückt. Ein Zugewinn an Marktanteilen gemessen an den Einkünften aus dem internationalen Tourismus war das äußerste der Gefühle und hier auch nur eingeschränkt auf die EU-15 als Benchmark. Daran wird auch weiterhin festgehalten, doch seit Montag dieser Woche gibt es noch ein weiteres Ziel. Gemeinsam mit Petra Stolba, Chefin der Österreich Werbung, nannte Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner einen Zuwachs von 6,6 Millionen Gästen bis zum Jahr 2020 als Wunschgröße, womit die 40 Millionen-Grenze bei den Ankünften erreicht werden soll und zwar durch Investitionen, gezielte Förderungen, mehr Internationalisierung und bessere Abstimmung aller Partner. T.A.I. hat das 40 Millionen-Ziel nach seiner Realisierbarkeit abgeklopft.

Ein wichtiger strategischer Schwerpunkt liegt wie erwähnt auf der stärkeren Internationalisierung der Herkunftsmärkte. „Statt der Abhängigkeit von nur wenigen Märkten wie Deutschland und Niederlande wollen wir künftig eine stärkere Diversifizierung schaffen, um das Risiko zu verringern und neue Wachstumschancen zu nutzen“, so Mitterlehner.

Diese Entwicklung ist bereits voll im Gange. Die Zahlen der zurückliegenden 15 Jahre dokumentieren dies deutlich. Ihnen zufolge verteilen sich die touristischen Ankünfte Österreichs auf drei nahezu gleich große Blöcke: Deutschland, Österreich und Ausland ohne Deutschland. Hier gab es im Jahr 2005 eine historische Kräfteverschiebung: bis dahin bildeten die Ankünfte aus der Bundesrepublik den stärksten Block mit mehr als 10,36 Millionen jährlichen Ankünften, während aus dem Inland und dem Ausland ohne Deutschland 9,5 bzw. 9,6 Millionen Ankünfte verzeichnet wurden (Quelle TourMIS).

Ab 2006 übernahm das Ausland ohne Deutschland die Führung und 2007 überholten auch die Inlandgäste bei den Ankünften die Gäste aus der Bundesrepublik. Im Vorjahr hatten die Österreicher mit knapp 11,4 Millionen Ankünften die Nase vorn, vor den internationalen Quellmärkten mit 11,3 Millionen und vor Deutschland mit 10,7 Millionen.

Wachstum gibt es aus allen drei Mega-Blöcken des Österreich-Tourismus. Das Inlandsaufkommen legte in den letzten 15 Jahren mit durchschnittlich 1,63 Prozent pro Jahr am stärksten zu, die Bundesrepublik mit 1,07 Prozent am schwächsten und das Ausland ohne Deutschland mit 1,58 Prozent entwickelte sich überaus kräftig.

Heuer sind die Wachstumsimpulse aus allen drei Blöcken deutlich stärker: die Bundesrepublik schlägt bisher (Jänner bis Ende September) mit plus 1,8 Prozent bei den Ankünften zu Buche, Österreich legt um 2,4 Prozent zu und das Ausland ohne Deutschland explodierte regelrecht um 6,68 Prozent!

Ob dies alleine auf die von der ÖW bereits eingeschlagene Offensive unter dem Motto ‚Neuer Schwung für neue Märkte' zurückzuführen ist, darf mit Recht bezweifelt werden, sie ist aber mit Sicherheit ein wichtiger Faktor. Sie soll jedenfalls sicherstellen, dass Österreich noch stärker vom Wachstum neuer Märkte in Mittel- und Osteuropa sowie den Fernmärkten (insbesondere BRIC Brasilien, Russland, Indien und China, aber auch Japan und USA) profitiert und das scheint eindrucksvoll zu gelingen.

Wie groß die Chancen sind, zeigt insbesondere der Blick auf Osteuropa. Die Gästezahlen aus diesen Ländern haben sich in den vergangenen zehn Jahren auf 2,6 Millionen verdreifacht. „2020 sollen mit 6,6 Millionen rund 10 Prozent aller Gäste aus dieser Region kommen", so Mitterlehner.

Sehr erfreulich entwickelt sich auch China. „Schon jetzt ist Österreich in Europa die fünftbeliebteste Destination der chinesischen Gäste, ihre Zahl ist von Jänner bis September um 46 Prozent gestiegen. Erstmals kommen heuer mehr Gäste aus China als aus Japan nach Österreich."

Und wie sieht die mögliche Entwicklung bis 2020 aus? Die bisherigen Wachstumsraten (in denen sind diverse Krisenjahre, wie 2009, enthalten und es werden mit Sicherheit noch einige folgen) lassen einen Anstieg des Auslands ohne Deutschland auf zumindest 13,2 Millionen Ankünfte erwarten, jenes der Inlandsgäste könnte bei knapp 13,4 Millionen zu liegen kommen und aus Deutschland könnten es 11,9 Millionen Ankünfte werden – das wären in Summe 38,5 Millionen Ankünfte. Viel fehlt also nicht auf das 40 Millionen Ziel. Automatisch wird es aber Österreichs Tourismus mit Sicherheit nicht in den Schoss fallen.

Zuversicht für den kommenden Winter

Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner ist trotz der tristen Konjunkturentwicklung und der bisher schlechten Schneelage auch für die aktuelle Wintersaison optimistisch. Laut aktueller Wifo-Tourismusprognose für die Saison 2011/12 ist mit nominell stagnierenden bis maximal leicht steigenden Winterumsätzen zu rechnen. Gleichzeitig sollten die Nächtigungen stabil bleiben. Die ungünstige Lage der Weihnachts- und Neujahrsfeiertage stellt eine Herausforderung dar, wird aber durch den früheren Ostertermin 2012 und auch besser als heuer fallende Ferientermine in wichtigen Quellmärkten gemildert.
Die Österreich Werbung setzt gemeinsam mit ihren Partnern rund 14 Mio. Euro weltweit für die Bewerbung der Wintersaison 2011/2012 ein. Die bisherigen Rückmeldungen aus den ÖW-Büros sind laut Geschäftsführerin Petra Stolba „durchwegs positiv, die Nachfrage insbesondere aus den zentraleuropäischen Ländern nach Winterurlaub in Österreich ist erfreulich hoch.“ Bis zum Wintersaisonende am 30. April wird die ÖW in neun Märkten eigene Winterkampagnen umsetzen.

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