Wo ist das dritte A verkommen?
Endlich haben wir es erreicht und haben mit den USA gleichgezogen. Das gleiche Rating wie diese Weltmacht zu erreichen, ist ja auch nicht ohne. Die haben zwar über 100 Prozent Überschuldung, Österreich je nach Rechnungsweise so zwischen 73 und 79 Prozent, 9 Prozent Arbeitslose, Österreich 4 Prozent. Wir führten keine Kriege, haben kein Guantanamo, und hätten wir ein ähnliches Sozialsystem wie die USA würden Arbeiterkammer, Gewerkschaft und alle NGO-Vereinigungen 24 Stunden 365 Tage im Jahr protestieren.
Wir haben eine Nationalbank, die dem Staat gehört und keine FED, die im Eigentum von privaten Bankern ist, und die Geldmaschinen anwerfen, wann sie wollen oder wenn es notwendig ist. Das machen zwar unsere auch, aber mit fremden Währungen und verkaufen dann mit jeder Menge Provisionszahlungen die Banknoten an Drittstaaten.
Also irgendwas muss der Ratingagentur Standard & Poors mächtig aufstoßen, was, wissen wir nicht. Alle, die meinen Rating kommt von raten, seien darauf hingewiesen, dass das nicht stimmt. Nein, es sind Credit rating agencys, und private, gewinnorientierte Unternehmen. A bisserl a Krampf ist, dass alle drei Großen im selben Land sitzen und das erstaunlicherweise in den USA. Kein Wunder, dass sich die Europäische Union eine europäische Ratingagentur wünscht.
Die erste Ratingagentur gab es schon 1868 für potentielle Anleger bei den Eisenbahngesellschaften in den USA, was bei uns nicht nötig wäre, denn die Buchstabenkombinationen für eventuelle Investoren bei der ÖBB haben die gar nicht.
Die bekannten Ausreißer wie Enron, WorldCom, Parmalat oder Lehmann Brothers, die so geratet wurden, dass dann die Investoren hunderte Milliarden verloren, soll man ihnen nicht nachtragen, das wäre kleinlich, wenn auch kostspielig. Jeder macht mal Fehler, die aber zum Glück nicht soviel kosten. Wie immer stellt sich die Frage, wer kontrolliert die Kontrolleure? Was machen, wenn ihre Risikoeinschätzungen selbst zum Risiko werden?
Fast amüsant waren die Reaktionen. Während Sarkozy, da Frankreich auch ein A weggenommen wurde, mächtig Gas gibt und offen um seinen Job zittert, haben die österreichischen Politiker österreichisch reagiert, gemütlich. Wegen einem A werden wir keinen Aufstand machen. Faymann-Sprecher Nedjelko Bilalic meint „wir haben jetzt noch Zeit“, Spindelegger sagt „man dürfe sich jetzt nicht kopfscheu machen“ lassen. Die Opposition hat das schon immer gewusst, wahrscheinlich schon seit 1980, wo die Schulden noch bei 35,4 Prozent des BIP’s lagen.
Während es die Franzosen als nationale Schmach und als Degradierung ihres Landes nehmen, denken die Betonierer und Blockierer in Österreich schon darüber nach, wie sie Verbesserungen verhindern können.
Politiker und Notenbankcapos sind überrascht und meinen, es müsse jetzt eine Schuldenbremse und ein Sparpaket kommen. Das ist neu für uns Österreicher, das haben wir überhaupt noch nicht gehört.


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