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Der Krampf mit der Schwiegermutter

Noch nie hat sich diese Kolumne an der Hatz auf den ehemaligen Finanzminister der Republik Österreich Mag. Karl-Heinz Grasser, Träger des „Großen Goldenen Ehrenzeichens am Bande für Verdienste um die Republik Österreich“ beteiligt.

Der allgemeine mediale Druck, die Fülle von Vorverurteilungen, das Wunschdenken ihn endlich hinter Gitter zu sehen, ist eines Rechtsstaates unwürdig. Wenn auch für Massenmörder bis zu ihrer rechtmäßigen Verurteilung die Unschuldsvermutung gilt, dann auch für Hasardeure.
Weiters weigert sich das Gehirn anzunehmen, dass die gesamte Armada an Staatsanwälten dem Duo Grasser - Rechtsanwalt Ainedter unterlegen sein soll.
Bei aller Cleverness der beiden, die Staatsanwälte sind auch nicht auf der Nudelsuppe daher geschwommen. Trotzdem gibt es bis heute keine Anklage. Geschweige ein Urteil. Andererseits macht es schwer nachdenklich, dass alle in der BAWAG-Affäre rechtmäßig und noch nicht rechtmäßig Verurteilten, bei der es immerhin um Milliarden Euro ging, frisch und fröhlich in Freiheit spazieren gehen und sich nach einem genussreichen Mittagessen vielleicht noch eine hauchdünne Palatschinke mit Wachauer Marillenmarmelade bestellen. Immerhin gehen da 35 Jahre „Häfen“ munter durch die Gegend.
Der glamouröse Grasser machte aber auch alles, um sich in diese missliche Lage zu bringen. Da schwirren die Millionen an Provisionen nur so durch die Gegend, alles Beträge, die ein fleißig arbeitender Österreicher nicht in 10 Leben erlangen kann.
Einmal vergisst er eine Steuererklärung abzugeben, also versagt in seinem ureigensten Metier, dann fährt er wieder mit Koffern voll Geld durch die Gegend, dann gibt’s wieder dubiose Bargeldeinzahlungen, Lobbyisten kassieren Unmengen und wenn’s nicht anders geht, dann passiert das für die Schwiegermutter.
Aber genau diese Schwiegermutter, Marina Giori-Lotha, immerhin mit dem zweitgrößten Anteil am Swarovski-Konzern ausgestattet, weiß von nichts.
Diese attraktive um Jahrzehnte jünger aussehende 67-Jährige schreibt an die Großbetriebsprüfung Innsbruck, kurz gefasst, dass sie mit dem Geld, welches ihr Grasser zuschreibt so überhaupt nichts zu tun hat.
Jetzt sind ja schon viele an der Schwiegermutter gescheitert, aber wie es scheint nicht in diesem Ausmaß. Man sollte annehmen, jetzt wird’s eng. Wenn man die Frage an die Bundesministerin für Justiz Dr. Beatrix Karl richtet, die das Jahr der „Vertrauensrückgewinnung“ ausgerufen hat, warum Hendldiebe längst einsitzen und alles andere endlos dauert, ist ihre Antwort: „Der Hendldieb vergräbt seine Hendln auch nicht auf den Cayman Islands“. Jetzt haben wir verstanden. Oder?

Scorpios

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