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Alles Google! Milliarden liegen bereit

Unterwegs zum größten Reisemittlerlarry_page_web

Wer fürchtet sich vor Google? Es ist eine wahre Geldmaschine, die sich anschickt, innerhalb der nächsten Jahre zum größten Reisevermittler der Welt zu werden. Die einzelnen Bausteine dazu sind bereits vorhanden. „Spätestens, wenn alle Tools ineinandergreifen“, so eine T.A.I. vorliegende Analyse der Hamburger Be:Con Agentur für Kommunikation, wird Google an jeder einzelnen Stufe des Reiseprozesses eine entscheidende Position einnehmen und damit – nach derzeitigem Ermessen – kein Weg mehr an dem 1997 als Suchmaschine gegründeten Riesen vorbeiführen. Dessen Kriegskasse ist prall gefüllt: Zum Quartalsende (September 2011) verfügte der Konzern über 42,6 Mrd. Dollar an liquiden Mitteln. Das ist ein Fünftel mehr, als der Lufthansa-Konzern pro Jahr umsetzt (und damit in der Airline-Branche die einsame Spitze darstellt) oder 14-mal so viel, wie die TUI AG zum letzten Bilanzstichtag an liquiden Mitteln hatte.

Laut Google-Mitgründer und CEO Larry Page schloss das dritte Quartal 2011 mit einem Rekordgewinn von 2,7 Mrd. Dollar ab, ein Viertel über dem Vergleichswert des Vorjahres. Der Umsatz legte um ein Drittel auf 9,7 Mrd. Dollar zu. 96 Prozent dieser Einnahmen stammen aus dem Werbegeschäft, entweder von Google selbst oder über Partner-Websites. 2,2 Mrd. Dollar flossen als Traffic Acquisition Costs (TAC) an die Werbepartner.

Künftig soll das Umsatzwachstum verstärkt aus der Tourismusindustrie kommen und zwar über vielfältige Mehrwertdienste, so Marc Benkert von Be:Con. Google hat dabei zwei entscheidende Vorteile gegenüber etablierten Buchungs- und Bewertungsportalen: zum einen ist es die Reichweite (mehr als 3,5 Milliarden mal pro Tag wird weltweit gegooglet, pro Tag sind mehr als 300 Millionen Menschen zumindest einmal auf der Google-Site) und zum anderen durch die Tatsache, dass Google bereits heute alle Bereiche des Reiseprozesses bearbeiten und mit innovativen Lösungen bedienen kann, während alle anderen Player, wie HRS, Booking.com, Tripadvisor oder Holidaycheck, nur Insellösungen anbieten. Der Google-Bogen spannt sich vom Beginn des Reiseprozesses, an dem der schlichte Reisewunsch steht, über die Suche und konkrete Buchung (Links zu Plattformen) sowie die Informationen vor Ort (Google-Maps, Google Places & Co) bis hin zur Nachbetreuung.

Mit seinen Plattformen „Youtube” und „Panoramio” sowie dem noch jungen Social Network Google+ (laut Google-CEO Larry Page bereits über 40 Millionen User per Ende Septemer, 3,4 Milliarden Fotos wurden bis dato auf Google+ hochgeladen) deckt Google die Wunsch- und Suchphase ab. Google kann dabei vollständig auf Empfehlungsmarketing setzen, ein Vorteil, den die klassischen Anbieter in dieser Form nicht haben.

Rund um die Auswahl des Hotels am Zielort hat Google den „Hotelfinder“ gelauncht (T.A.I. berichtete darüber). Er beinhaltet eine Fülle an Tools, welche die Hotelauswahl vereinfachen sollen, bis hin zu mehreren Buchungsoptionen. Die Buchung selbst erfolgt über angeschlossene Partner, wie z.B. Booking.com, Expedia oder Priceline, aber auch direkt beim Hotel (Best Western hat diese direkte Anbindung in den USA bereits realisiert). Google verdient an jeder Weiterleitung nach dem Prinzip „Cost-per-click“ 0,2 Prozent des ermittelten Preises, ganz gleich, ob es zu einer anschließenden Buchung kommt oder nicht.

Den bekannten Buchungsportalen bringt das mehr Kunden, doch kommt auf sie auch ein nicht unerheblicher Kostenfaktor zu (Stichwort „Cost-per-click“). Diese Kosten werden mit Sicherheit an die Leistungsträger weitergegeben und erhöhen deren Provisionszahlungen erneut. Auch für die Anreise ist gesorgt. Mit der Plattform „Flight Search“ hat Google kürzlich ein ähnliches Produkt für die Buchung von Flügen in den USA gelauncht.

Wann die Buchung von Angeboten, wie z.B. Kinokarten über die beiden Rabattdienste „Offers” und „Daily Deal” möglich sein wird, ist laut Marc Benkert von Be:Con nur noch eine Frage der Zeit. Erst kürzlich hat Google seinen Bezahldienst „Wallet” – aktuell nur in ausgewählten US-Städten – gestartet. Er ermöglicht die bargeldlose Zahlung über das Smartphone.

Nach der Reise nutzt die Community Erfahrungsberichte und Bewertungen im Google Hotelfinder und in Google Places für den nächsten Reisesuchenden. Genauso verhält es sich mit Videos, die bei Youtube hochgeladen werden, oder mit Bildern vom Urlaubsort, die bei Picasa und Panoramio bearbeitet werden. Nicht zu vergessen dabei ist auch Google+.

Unklar ist, wie es Google zukünftig mit den Provisionen hält und ob diese auch zukünftig per Klick analog zu Google AdWords abgerechnet werden. Möglich ist zudem, dass Google für diverse Leistungsträger ein Portal zur Pflege von Raten und Angeboten entwickelt. All dies ist noch Zukunftsmusik, doch – so Benkert – hat Google mehrfach bewiesen, dass derartige Mehrwertdienste schnell und konsequent umgesetzt werden. Alles Google.

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