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Trotz Krisen bleibt Reisen ein Grundbedürfnis

Mithilfe aktueller Erhebungen der Statistik Austria, wagt Thomas Cook Austria einen vorsichtigen Blick auf die touristischen Trends der nahen Zukunft

Urlaubsreisen haben sich kontinuierlich zu einem Grundbedürfnis entwickelt. Zu diesem Schluss kommt Ioannis Afukatudis, Vorstand Thomas Cook Austria AG, anhand der Ergebnisse einer aktuellen Untersuchung der Statistik Austria zum Urlaubsverhalten der Österreicher und Österreicherinnen. Dies und das letztjährige Rekordergebnis der Thomas Cook Austria AG lassen den Reiseveranstalter optimistisch ins neue Jahr blicken. Welche Schlüsse aus den erhobenen Daten der Statistik Austria gezogen werden und was von 2012 aus touristischer Sicht erwartet wird, präsentierten Ioannis Afukatudis und Gudrun Hauser (Leitung Touristik, Thomas Cook Austria) kurz nach Jahreswechsel in Wien.

In den letzten 60 Jahren hat sich der Anteil der Österreicher, die mindestens eine Haupturlaubsreise (mind. 4 Nächtigungen) im Jahr antreten, mehr als verdoppelt. Während im Jahr 1969 27,5 Prozent der Bevölkerung eine Haupturlaubsreise antraten, so waren es im Jahr 2010 bereits 59,3 Prozent. Es wird außerdem öfter, dafür kürzer verreist. Die Aufenthaltsdauer im Ausland liegt im Durchschnitt bei 7 Nächtigungen, im Inland bei etwa 3,5. Dies zeigt eine aktuelle Erhebung der Statistik Austria. Reisen wurde für Österreicher demnach zu einer hochrangigen Priorität.

„Ich möchte nur erwähnen, dass wir das beste Ergebnis in unserer Geschichte haben“, kommentiert Ioannis Afukatudis nur knapp das Rekordjahr der Thomas Cook Austria. Im Detail meint er damit die knapp 20-prozentige Steigerung des operativen Ergebnisses im Geschäftsjahr 2010/2011. Zusammen mit Deutschland und der Schweiz hat das gesamte Central Europe Segment des Konzerns mit einer 19,1 prozentiger EBIT-Steigerung gegenüber dem Vorjahr trotz mehrerer Krisenherde eine starke Performance hingelegt.

Im vergangenen Jahr ist die Zahl der Auslandreisen wiederum um 1 Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Die Anzahl der Flugreisen war mit minus 5 Prozent etwas rückläufig. Die Basis des Flugreiseanteils bleibt jedoch trotz kleiner Schwankungen sehr konstant. Viel Einfluss in diese Entwicklung nahm die Nordafrika-Krise:  „Wir haben flexibel reagiert und unseren Kunden entweder alternative Flugdestinationen oder Selbstfahrer-Ziele angeboten“.

Flexibilität ist generell ein Aspekt, dem immer mehr Bedeutung zukommen wird. Im Sommer 2008, lag der durchschnittliche Buchungszeitpunkt noch bei 23 Wochen vor Abreise, heute liegt er bei 19 Wochen. Nicht nur lassen sich Kunden mit ihrer Reiseentscheidung immer mehr Zeit, auch bei Krisen ist der Bedarf nach rascher Alternativen-Findung hoch. Im Frühjahr 2011 wichen beispielsweise 10.000 österreichische Tunesien-Urlauber aufgrund der Unruhen kurzerhand auf Bulgarien aus. Dort wurde ein Plus von rund 50 Prozent erzielt.

Das beliebteste Flugreiseziel der Österreicher bleibt laut Statistik Austria nahezu unangefochten Spanien. Insgesamt 17 Prozent aller Flugauslandsurlaubsreisen gehen nach Spanien. Dahinter folgen Griechenland  (12 Prozent) und die Türkei (11 Prozent). Die Statistik Austria-Zahlen spiegeln laut Afukatudis die Thomas Cook Buchungen wider. Bemerkenswert ist vor allem, dass die negativen Schlagzeilen über Demonstrationen und Streiks die hellenische Anziehungskraft scheinbar nicht mildern konnten.

Aufgrund des konstanten Wachstums der Türkei wird jedoch erwartet, dass Griechenland 2012 hinter dem östlichen Nachbarn auf Platz 3 landen wird. Ein Grund für das Aufstreben der Türkei neben der immer weiter verbesserten Infrastruktur und Hotellerie, ist eine wachsende Vielfalt der Angebote. Abgesehen vom klassischen Sommer-Strandurlaub, entwickelt sich das Land am Bosporus zum Ganzjahresziel mit ähnlichem Volumen wie Mallorca. Außerdem punktet Istanbul vermehrt als Destination für Städtereisen. Die neue Cook-Marke Öger Tours soll mit vier Türkei-Katalogen den positiven Trend weiter verstärken (T.A.I. berichtete bereits über den Launch von Öger in Österreich und die neuen
Kataloge).

Doch nicht alle Destinationen vermelden Positives: Ägypten und Tunesien sind laut Buchungsentwicklung der kommenden Sommersaison im Vergleich zum Vorjahr rückläufig. „Die Wende ist beim Kunden noch nicht angekommen“, so Afukatudis. Aktuell besteht jedoch „wieder aufkeimendes Kundeninteresse“. Die beiden nordafrikanischen Staaten gehören nach wie vor zu den Cook-Top 10 im Flug-Nah-Bereich.

Wie sich das Jahr 2012 tatsächlich entwickeln wird, ist im Detail schwer vorherzusagen. Viel Flexibilität seitens der Veranstalter könnte unter anderem eine eventuelle wirtschaftliche Rezession erfordern, die seit geraumer Zeit wie ein Damoklesschwert über dem Euroraum schwebt. „Die Krise ist nicht faktisch da. Die Realwirtschaft ist noch nicht betroffen, daher ist das Urlaubsverhalten nicht absehbar“, wagt sich auch Thomas Cook Austria-Vorstand Ioannis Afukatuis zu keiner spezifischen Prognose über das Gesamtjahr 2012.

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