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Zick-Zack-Kurs der AUA im Inland und Indien

Der Sommerflugplan 2012 liefert diesbezüglich einen guten Anschauungsunterricht – Mumbai scheiterte an Koordination mit Swiss sowie an den Preisen

Anfang dieser Woche präsentierte die AUA ihren Sommerflugplan 2012. Neben einigen anderen Änderungen fallen vor allem die Aufstockung der Klagenfurt-Flüge (in Linz war es vor wenigen Wochen soweit) sowie der Rückzug aus Mumbai ins Auge. Denn diese Maßnahmen gleichen einem Zick-Zack-Kurs. So stutzten Austrian Airlines erst mit Winterflugplan 2010/2011 – also vor knapp eineinhalb Jahren – das Flugprogramm zwischen Wien und Linz sowie Klagenfurt zusammen: von Linz nach Wien waren es seither mit 19 Flügen um 5 Flüge weniger pro Woche (Reduktion um mehr als ein Fünftel), von Klagenfurt nach Wien waren es mit 26 wöchentlichen Flügen um 3 Flüge pro Woche weniger (Reduktion mehr als ein Zehntel). Begründet wurde dies mit der „nicht gegebenen Rentabilität“.

 

 

Davon ist nun nicht mehr die Rede. Statt weiterer Reduktionen setzt die AUA auf mehr Flüge und zwar exakt in jene Städte, in denen sie Ende 2010 Kapazitäten herausgenommen hatte. So gibt es ab 1. März einen zusätzlichen Morgenflug zwischen Klagenfurt und Wien, die AUA fliegt jetzt bis zu fünf Mal täglich zwischen beiden Städten. Bereits mit Winterflugplan 2011/2012 wurde ein neuer Morgenflug von und nach Linz eingeführt, womit bis zu vier Mal täglich zwischen beiden Airports geflogen wird.

Einen Zick-Zack-Kurs gibt es auch bezüglich Mumbai. Dorthin startete die AUA erstmals Anfang September 2005 – damals unter CEO Vagn Sørensen – mit fünf Rotationen pro Woche. Erwartet wurde „einiges an Verkehr und das in beide Richtungen.“ Dreieinhalb Jahre später, rund um den Abgang von Sørensens Nachfolger Alfred Ötsch, hieß es Kommando retour, die Flüge nach Mumbai wurden Ende Jänner 2009 wieder eingestellt.

Dabei blieb es aber nicht: per 31.Oktober 2010 nahm die AUA unter dem Doppel-Vorstand Andreas Bierwirth und Peter Malanik Mumbai neuerlich in ihr Streckennetz auf. Begründung: „Die AUA muss auf der Langstrecke wachsen, um wieder in die Gewinnzone zu gelangen und um den Europaverkehr im bestehenden Ausmaß aufrechterhalten zu können.“ Geplant war, „ein verstärktes Augenmerk auf Geschäftsreisende“ zu legen, wofür sich aufgrund der Integration des OS-Vertriebs unter das Dach von Lufthansa und des innerhalb der LH-Gruppe (Lufthansa, Swiss, Austrian) abgestimmten Flugplans gute Chancen ausgerechnet wurden.

Doch von einer Flugplan-Abstimmung war weit und breit nichts zu sehen: Swiss und AUA fliegen nahezu im Paarlauf nach Mumbai (LX startet in Zürich um 09:55, OS in Wien um 10:35 Uhr; die Retourflüge trennen gar nur fünf Minuten: um 01:20 verlässt Swiss die indische Metropole, um 01:25 folgt die AUA).

Nach außen hin machte das AUA-Management wiederholt die zweite tägliche Emirates-Frequenz nach Wien für die Probleme auf den Langstrecken nach Indien verantwortlich (neben Mumbai fliegt die AUA auch Delhi an). Emirates Vertriebs-Vorstand Thierry Antinori (er gab vor knapp einem Jahr der AUA einen Korb als deren designierter CEO) wies dies zuletzt in einem Kurier-Interview zurück: „Die AUA fliegt nicht im Wettbewerb gegen uns, sondern gegen ihre Konzernschwester Swiss. Für diesen wirtschaftlichen und strategischen Scherz (Anm.d.Red: die Flugzeiten) will man uns verantwortlich machen.“ Antinori weiter: „50 Prozent unserer Passagiere ab Wien gehen direkt nach Dubai und 85 Prozent der restlichen Passagiere fliegen weiter zu Zielen, die die AUA nicht anfliegt.“

Auch von Zürich bietet Emirates zwei tägliche Flüge nach Dubai (und darüber hinaus) an, seit Juni vorigen Jahres geht es zudem einmal täglich von und nach Genf.

Neben den erwähnten ungünstigen Flugzeiten der AUA dürfte auch die stärkere Ansprache des Geschäftsreisesegments nicht so geklappt haben, wie ursprünglich vorgesehen. Denn der neue AUA-CEO Jaan Albrecht nannte bei seinem im Jänner präsentierten Restrukturierungspaket das „Gewinnen zusätzlicher Firmenkunden durch noch konsequentere Ausschöpfung des Potentials im Vertrieb mit Lufthansa“ als einen der Kernpunkte im Bereich der Erlös-seitigen Maßnahmen.

Womit wir beim wirkliche Kern der Problematik angelangt sind: bei den Preisen. Die sind bei der AUA im Keller. Der Flug Wien-Mumbai-Wien (17.2. hin, 24.2. retour) kostet bei der AUA mit dem Red-Ticket 598,14 Euro, in der teuersten Variante 4.758,14 Euro (Business-Flex). Swiss verlangt für die günstigste Möglichkeit umgerechnet 1.162,26 Euro und damit fast das Doppelte, mit dem Business-Flex Ticket reist man um 5.815,42 Euro, was ein Fünftel über dem AUA-Preis liegt (selbe Flugtage, Zürich-Mumbai-Zürich). Die 11.354 Euro der Swiss für die First Class (Hin- und Rückflug) sind bei der AUA bekanntlich gar nicht möglich.

Im Falle von Peking, wohin Swiss seit wenigen Tagen fliegt, klappt die zeitliche Abstimmung übrigens besser. Dorthin startete die AUA bis vor kurzem um 13:40 in Wien und landete um 05:15 in Chinas Hauptstadt. Diesen Slot in Peking hat nun Swiss erhalten, der AUA-Flug wurde um vier Stunden auf 17:45 Uhr ab Wien verschoben, beim Rückflug gibt es sechs Stunden Zeitunterschied. Bei den Preisen liegt die AUA allerdings auch in diesem Fall um 15 bzw. 20 Prozent tiefer als die Konzernschwester.

Was sich sonst noch im AUA-Sommer ändert

In Osteuropa werden die Flüge von Wien nach Bukarest von drei auf bis zu fünf pro Tag erhöht und nach Sofia von vier auf bis zu fünf Flüge. Bereits mit Winterflugplan wurden die Flüge nach Belgrad von drei auf bis zu vier Flügentäglich erweitert. Auf allen drei Strecken befindet sich die AUA in einem Konkurrenzkampf mit FlyNiki.
In Westeuropa gibt es ab Sommer nach London Heathrow einen zusätzlichen Flug pro Tag, womit es künftig vier Mal täglich in die britische Hauptstadt geht. Darüber hinaus stockt die AUA ihr Flugangebot nach Barcelona um einen Flug pro Tag auf (künftig drei Mal täglich).
Ab Sommerflugplan gibt es zudem wieder Flüge nach Libyen (fünf Mal pro Woche nach Tripolis). Gestrichen wird hingegen der Abendflug nach Stockholm, somit verbleiben drei tägliche Flüge in die schwedische Hauptstadt.

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