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„Die Zeit von Jackpot Tarifen ist vorerst vorbei“

Kreuzfahrtähnlicher Komfort lockt immer mehr Gäste auf Fährschiffe – Griechenland kommt laut Ruefa Bahn- & Fährencenter heuer etwas später in die Gänge

Nach dem Einbruch im Krisenjahr 2009 hat sich der Markt für Fähren wieder etwas erholt. Grund dafür ist nicht zuletzt eine Qualitätsverbesserung mit Kreuzfahrtähnlichen Versprechungen. Auch beim Ruefa Bahn & Fähren Center hat laut seinem Leiter Josef Brunner das Fährgeschäft 2011 wieder zugelegt, lediglich Griechenland kommt bislang nicht so richtig in Schwung. Das sollte sich laut Brunner noch ändern, auch wenn die Zeit der satten Frühbucherboni vorerst vorbei zu sein scheint.

T.A.I.: Was zeichnet sich am Fährensektor für das Urlaubsjahr 2012 ab?

Brunner: „Das ist von Markt zu Markt verschieden, teils werden Kräfte gebündelt, mit teils weniger Abfahrten, dafür aber besserer Aufteilung und Auslastung.”

T.A.I.: Welche wichtigen Neuigkeiten bzw. Innovationen gibt es bei Fähren auf Europas Gewässern?

Brunner: „Zahlreiche Reedereien haben in den letzten Jahren spektakuläre Schiffsneubauten in Auftrag gegeben bzw. eingesetzt. Hier handelt es sich um neue Generationen von Passagierfähren. Große Schiffe mit modernstem Komfort, kreuzfahrtähnlichem Flair und völlig neuen Entertainment-Konzepten. Viele Reedereien setzen neben der normalen Fährpassage immer mehr auf Erlebnisreisen. Egal ob Städtereisen, Kurztrips, Rundfahrten, Paketreisen oder Minikreuzfahrt. Selbst Innergriechisch setzt z. B. Anek Lines in den Sommermonaten nach Kreta moderne Kreuzfahrtähnliche Fährschiffe auf zusätzlichen Abfahrten tagsüber ein. Die Reise selbst wird somit bereits zum Erlebnis und der Urlaub beginnt an Bord.”

T.A.I.: Stichwort „Kreuzfahrtähnlichen Komfort“. Was darf man sich darunter vorstellen und wie wird diese Entwicklung von den Kunden angenommen?

Brunner: „Diese neuen Kreuzfahrt-ähnlichen Produkte bieten sich natürlich optimal in Verbindung mit Selbstanreise oder sogar Flug für die Ausschreibung kompletter Paketangebote an. Von den Kunden wird diese Entwicklung mit großer Freude zur Kenntnis genommen, sie reisen an Bord bequem und entspannt, sind mit eigenem Fahrzeug trotzdem ungebunden, ohne Gepäckbegrenzung und sie können die vielfältige Auswahl der gastronomischen Angebote nutzen inkl. Shopping, Unterhaltung und speziellem Familien und Kinderprogramm. So wird die Fährüberfahrt zum maritimen Erlebnis.”

T.A.I.: Was sind Ihre wichtigsten Partner-Fähren und was waren buchungsmäßig die drei „Rennstrecken“ im vergangenen Jahr?

Brunner: „Geografisch bedingt sind für uns in Österreich die Destinationen im östlichen und westlichen Mittelmeer von großer Bedeutung. Allen voran Anek Lines oder Minoan Lines von Italien nach Griechenland, aber auch Corsica Sardinia Ferries nach Sardinien und Korsika, sowie die Grandi Navi Veloci nach Süditalien, Tunesien oder Spanien. Aber immer mehr werden auch die Destinationen nach Skandinavien gefragt – egal ob nach Schweden, Norwegen oder Finnland. Mit der Stena Line, Color Line, TT-Line oder z.B. der
Viking Line haben wir auch hier immer den richtigen Reederei-Partner bei der Hand.”

T.A.I.: Gibt es neue Reedereien, mit denen das Ruefa Bahn- und Fährencenter zusammenarbeitet?

Brunner: „Wir sind ständig bemüht, unsere Angebots- und Produktpalette zu erweitern und unser Fährgeschäft auszubauen. So werden wir in Kürze auch als Verkaufsagent von Minoan Lines im Markt Österreich starten. Mit den beiden großen Anbietern können wir nun den Fährverkehr von Italien nach Griechenland zu 100 Prozent abdecken.”  

T.A.I.: Wie stellt sich derzeit die Situation im krisengeschüttelten Griechenland dar?

Brunner: „Wir halten derzeit zwar bei ca. minus 20 Prozent, das hängt aber auch damit zusammen, dass der Frühbucherbonus bei weitem nicht so hoch ist wie in den letzten Saisonen und das Jahr ist noch jung. Wir merken, dass die Nachfrage steigt und erfahrungsgemäß hoffen wir noch auf ein starkes Frühjahr.”

T.A.I.: Zeigen sich negative Auswirkungen auf das diesjährige Geschäft durch das jüngste Costa Schiffsunglück im Mittelmeer?

Brunner: „Definitiv nicht.”

T.A.I.: Mit welchen Frühbucher-Angeboten dürfen die Kunden heuer rechnen und wie werden diese angenommen?

Brunner: „Die derzeit hohen Treibstoffkosten ermöglichen bezüglich Frühbucherangeboten wenig Spielraum. Die Zeiten von den supergünstigen Jackpot-Tarifen und Frühbucherboni von bis zu 50 Prozent sind derzeit vorbei.”

Kompetenz von der Pike auf

Seit 1999 gibt es das Ruefa Bahn- & Fährencenter des Österreichischen Verkehrsbüros am Kärntner Ring in Wien mit neun kompetenten Mitarbeitern. Von Beginn an trägt Josef Brunner, der auf eine 25jährige Tourismuserfahrung zurückblicken kann, dort die Führungsverantwortung. Nach der Lehre als Reisebüroassistent beim Verkehrsbüro (Touristik, Business Travel und Schiffsschalter) war er acht Jahre im Bahnbereich des Unternehmens tätig, wechselte anschließend zu Ruefa Reisen, wo er den Bahnverkauf übernahm.

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